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Mediensucht

 

In den letzten Jahren sind wir von der rasanten Entwicklung der PC-Nutzung überrollt worden. Auch für Kinder und Jugendliche geht es nicht mehr ohne dieses Medium. Oft wird die Kompetenz hervorgehoben, die sie sich durch den frühen Umgang mit moderner Computertechnologie für ihr weiteres Leben erwerben. Eltern trauen sich oft gar nicht, den exzessiven PC- oder Internetgebrauch ihrer Kinder zu stoppen, aus Angst, dass sie für ihr späteres Berufsleben nicht genügend gerüstet sind. Oder sie sind froh, dass sich ihr Kind nicht herumtreibt und Dummheiten anstellt.

 

Die Mediensucht ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für die Sucht nach bestimmten Medien wie etwa Handy, Fernseher, Internet oder auch die Sucht nach Videospielen. Somit zählt die Mediensucht zu den substanzunabhängigen Süchten. Bisher gibt es keine wirklich exakte Definition der Mediensucht, da die wissenschaftliche Forschung hier noch am Anfang steht.

Am meisten gefährdet sind Kinder und Jugendliche im Hinblick auf den hohen Konsum interaktiver Medien wie Fernsehen, Computer (inklusive Internet) und Handy (Smartphone).

 

Auch PC(spiel)sucht kann zur Verelendung führen, wie es von Drogenabhängigen bekannt ist. Manchmal ist die Isolation noch größer, da die Wohnung nicht mehr verlassen wird.

 

Woran erkennen Eltern Computersucht?

 

  • Freunde kommen immer seltener und werden nicht vermisst.
  • Der Jugendliche oder junge Erwachsene zieht sich immer mehr zum Spielen zurück (PC-Sucht ist eine eher männliche Domäne) und sitzt mitten in der Nacht immer noch vor dem Computer.
  • Das Interesse an Schule, Ausbildung oder Beruf bricht zusammen, oft wird die Schule geschwänzt.
  • Die äußere Erscheinung und die Ernährung wird vernachlässigt.
  • Das Interesse am anderen Geschlecht erlischt; gesundheitliche Probleme treten auf.
  • Gab es Versuche den Computerkonsum einzuschränken oder aufzugeben, die wiederholt scheiterten?
  • Entzugssymptome sind Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen, massive Aggressivität - speziell bei männlichen Jugendlichen - und depressive Stimmungen.

 

Jeder Mensch hat Sehnsucht nach Zuwendung, Anerkennung, Verständnis, Liebe, Glück. Bei Online-Spielen, im Chat-Room und bei Online-Erotik erfüllen sich scheinbar diese Wünsche und man kann in der virtuellen Welt die ideale Identität, die ideale Beziehung und das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit und Zuwendung erleben. Viele Online-Spiele, allen voran World of Warcraft (WoW), enthalten jedoch ein hohes Suchtpotenzial. Die Rollenspiele sind mehr eine Domäne der Jungen - Mädchen unterliegen eher den Reizen des Chats. Man hat „online“ ein deutlich besseres Lebensgefühl als „offline“.

 

Wenn die Selbstkontrolle über Spiel-Dauer und -Häufigkeit verloren geht und trotz negativer Konsequenzen immer mehr gespielt wird, spricht man von pathologischem PC-Gebrauch. Den Jugendlichen geht es gut und sie verstehen nicht, warum Eltern so Stress machen, denn diese irreale Welt ist besetzt von Erfolg, die reale Welt nicht. Negative Gefühle werden durch immer häufigeren Einstieg in die virtuelle Welt verdrängt, und so geht nach und nach der Bezug zur Realität verloren. In der Realität erleben Internet- oder Computer(spiel)abhängige keine echten, sinnlichen Beziehungen mehr und die Folge ist innere Einsamkeit, die den erneuten Einstieg in die virtuelle Welt vorzeichnet. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Bei Drogen werden die bewusstseinsverändernden Substanzen von außen zugeführt. Bei Verhaltenssüchten stellt sich der als Belohnung empfundene psychotrope Effekt, also das Kick-Erlebnis, durch körpereigene biochemische Veränderungen ein, die durch bestimmte exzessiv durchgeführte Verhaltensweisen ausgelöst werden.

 

Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa 3 bis 6 Prozent aller Internetnutzer onlinesüchtig und noch einmal so viele gefährdet sind. Demnach wären allein in Deutschland über 1 Mio. Menschen betroffen. Damit ist die Anzahl der Medienabhängigen um ein mehrfaches größer als die der Drogenabhängigen!

 

Die Interdisziplinäre Suchtforschungsgruppe der Berliner Charité hat im November 2005 eine Untersuchung angestellt, die die Parallelen der Computersucht und der Computerspielsucht zu stoffgebundenen Abhängigkeiten wie die von Alkohol oder Cannabis darstellen sollte. Dabei wurden 15 Computersüchtigen Bilder verschiedener alltäglicher Gegenstände, auch von Schnapsflaschen, einem Joint, Zigaretten, aber auch Szenen aus den Untersuchten bekannten Computerspielen gezeigt. Mit Hilfe der Elektroenzephalografie, mit der man die elektrische Aktivität des Gehirns aufzeichnen kann, wurde beobachtet, dass bei den Abhängigen eine erhöhte Gehirnaktivität bei den Screenshots von bekannten Computerspielsituationen auftritt. Dieselbe Gehirnaktivität tritt beispielsweise bei Alkoholabhängigen beim Anblick der Schnapsflasche auf. Die Wissenschaftler der Charité fassten damit zusammen, dass sich bei Computersüchtigen ähnliche Verhaltensmuster wie bei Alkohol- oder Cannabisabhängigen aufzeigten.

 

Internet- und Computerspielsucht ist ähnlich wie Drogensucht.

 

Jedoch ist Medienabhängigkeit derzeit noch keine medizinisch anerkannte Krankheit!

 

Verschiedene Studien belegen, dass die problematische und pathologische Internetnutzung bei den Jugendlichen zunimmt. Weil es noch keine allgemein gültigen Kriterien gibt und jeweils unterschiedlich große Stichproben untersucht wurden, gelangen die Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen: 6 - 13,6 % der Jugendlichen haben eine problematische, exzessive Internetnutzung (EXIF Studie 2012, PINTA Studie 2013, EU-Net-ADB 2013) und 1 - 8,4 % der Jugendlichen haben eine suchtartige Internetnutzung (Petersen/Thomasius 2010b, PINTA Studie 2013, EU-Net-ADB 2013).

 

Bei uns können Sie sich mit Menschen austauschen, die die gleichen Sorgen haben wie Sie. Wir haben zwar keine Patentrezepte, doch viel Erfahrung im Umgang mit Suchtproblemen in betroffenen Familien. Sie finden Unterstützung bei uns und den Suchtberatungsstellen.

 

Auch: http://www.bw-lv.de/beratungsstellen/mediensucht/

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